Die 60er Jahre

Das neue Jahrzehnt beginnt mit einigen Neuerungen: am 29. April 1960 wird Werner Hill zum dritten Präsidenten der SKG gewählt, ein Amt, das er dreißig Jahre lang ausüben wird. Der SKG-Elferrat präsentiert sich erstmals im dezent weinroten Smoking, die roten Ratsherrenmäntel der Gründerzeit werden abgelegt.
Nachwuchs für die Garde kommt, völlig neu eingekleidet mit schmucken Tuchuniformen, vom Turnverein aus Hanhofen. Ballettmeisterin Karin Wagner studiert die Garde- und Schautänze ein, die SKG-Garde hat sich seitdem immer wieder aufgefrischt. Unter der Leitung von Brigitte Schardt und später Christel Dümig begeistert sie mit vielen Tänzen.
Am Fasnachtsdienstag 1960 spielt eine närrische SKG-Elf gegen die (ebenso närrischen) Stadträte auf dem TSV-Platz.
Die erste Nummer des SKG-Kuriers erscheint, ein Mitteilungs- und Intelligenzblatt für die Freunde der Speyerer Fasnacht, das bis heute mehr oder weniger regelmäßig an die Mitglieder verschickt wird.
1963 ziehen die Narren in die neue Stadthalle ein mit einem Jubiläumsball „666 Jahre Speyerer Fasnacht“ mit dem Südfunk-Tanzorchester Erwin Lehn und den Solisten Horst Jankowski, Ernst Mosch, Bernd Rabe und Conny Jackel, dem Tanzorchester Schölles im Kleinen Saal, mit Auftritten der Speyerer Trapezkünstlerin Freya Jossé, dem Meistertanzpaar Krüger/Thiele und Kurt Kotterer als Kurfürst Friedrich von der Pfalz.
Hans Gruber wird zum ersten und bisher einzigen Speyerer Fasnachtsprinzen gekürt. In einer eigens gebauten Staatskarosse und der Heidelberger Kinderkapelle führte er 1200 kleine Narren in einem großen Kindermaskenzug durch die Stadt zum Kindermaskenfest in der Stadthalle.
1964 ziehen die Narren ins Manöver - im schwäbischen Münsingen bringen sie 800 Soldaten in ihrer Abgeschiedenheit fasnachtlichen Frohsinn.
Am 21. Januar 1966 bleiben die Herren erstmals ganz unter sich: Im Weinmuseum findet auf Anregung von Otto Heß die erste Herrensitzung der SKG statt, unter dem Motto „Nix für ungut...". Das war an die Damen gerichtet, mit der Bitte um die Freigabe des männlichen Geschlechts - Frauen haben hier keinen Zutritt. Jeder Besucher erhält ein Weinglas mit dem jeweiligen Jahresmotto der SKG.
Noch einmal wird versucht, eine Fasnachtszeitung ins Leben zu rufen. „Der Hasepiehler“ erscheint am 11. Februar 1966 in 5555 Exemplaren für 111111 Leser.
1967 sitzt eine Zirkusprinzessin auf dem Fasnachtsthron Monika I. (Holzmüller) war mit ihrer Elefantendame gleichen Namens in 26 Ländern Star der Manegen, machte in der Fasnacht von Basel bis Mainz Furore. ("Nur Dickhäuter können da nicht hingerissen sein..."). Die Elefantendame begleitete die Prinzessin sogar zur Sitzung in der Stadthalle, nachdem die Bühne von einer Kompanie Speyerer Pioniere unter Hauptmann August Holzki unterbaut wurde - und hielt!
1968 bescheren die Jumelage und 11 Jahre Städtepartnerschaft der SKG eine Prinzessin aus der Partnerstadt Chartres. Am 1. Februar rollt ein SKG-Konvoi mit einem guten Dutzend närrischer Würdenträger auf der Autobahn zur Europabrücke zwischen Straßburg und Kehl, um die erste Französin auf dem Thron abzuholen "Notre Tollité Michèle I.” (Maurel) regiert mit französischem Charme ihr närrisch' Volk. Das Jahresmotto heißt natürlich "Fasnacht ohne Grenzen/Carneval sans frontieres".



